Einzelansicht

Die deutsche Wirtschaft kämpft sich durch die Krise

Die deutsche Wirtschaft kämpft sich durch die Krise. Nach den Ergebnissen der DIHK-Konjunkturbefragung zum Jahresbeginn 2021 stufen die Unternehmen zahlreicher Wirtschaftszweige ihre aktuelle Lage schlechter ein als im Herbst 2020. Und auch die Geschäftserwartungen trüben sich zum Jahresbeginn leicht ein.

Die Finanzlage ist für etwa jedes zweite Unternehmen angespannt, je kleiner das Unternehmen, desto stärker die Betroffenheit ist. Rund 15 Prozent der Industrieunternehmen (17 Prozent im Herbst 2020) und 10 Prozent der Baubetriebe (Herbst 2020: 13 Prozent) berichten von Liquiditätsengpässen. Im Handel und in der Dienstleistungswirtschaft hingegen hat sich der Anteil der Unternehmen mit Liquiditätsengpässen dagegen erhöht (Handel: 20 nach zuletzt 16 Prozent; Dienstleister: 24 nach zuletzt 22 Prozent.). Fünf Prozent der befragten Unternehmen sehen sich von einer Insolvenz bedroht. Von der Corona-Krise besonders beeinträchtigte Branchen sind stärker betroffen: 30 Prozent der Reisevermittler, 27 Prozent der Taxibetriebe und 20 Prozent der Unternehmen aus der Gastronomie. "Bei der Transformation der deutschen Wirtschaft – Stichworte Digitalisierung, Green Deal und Mobilitätswende – könnte die Finanzierungsfrage zu einer entscheidenden Schwachstelle werden", kommentieren die Experten. 

Investitionsabsichten "on hold"

Entsprechend zurückhaltend sind die Investitionsabsichten der Unternehmen: 22 Prozent planen, in den nächsten Monaten mehr zu investieren, 30 Prozent weniger. Der Saldo liegt mit minus acht Punkten zwar etwas höher als im Herbst 2020 (minus 15 Punkte), aber die Investitionspläne der Gesamtwirtschaft bleiben weiterhin deutlich unter ihrem langjährigen Schnitt von plus vier Punkten, analysieren die DIHK-Experten.

Im Vergleich der Wirtschaftszweige verbessert sich die Investitionsstimmung am deutlichsten in der Industrie (Saldo minus eins, nach minus 17 Punkten). Wobei mehr Industrieunternehmen als zuletzt in die Kapazitätserweiterung (26 nach 22 Prozent zuvor) und in den Umweltschutz investieren wollen (27 nach 25 Prozent zuvor). Im Maschinen- und Fahrzeugbau bleiben die Investitionspläne erneut unter dem Schnitt der Gesamtindustrie (Saldo minus sechs bzw. minus 14 Punkte). Im Bau liegen die Investitionspläne auf dem niedrigen Niveau der Herbstumfrage (Saldo minus neun Punkte). 

Zur DIHK-Konjunkturumfrage